Anlässlich der Fußball-WM 2010 gibt es einen sehr netten Comic gegen Nationalismus. Weitere Infos gibt es im Netz unter http://mandi.blogsport.de

Die vom Bildungssreikbündnis Aachen organisierte Streik-Demonstration am 9.6.2010 fiel wortwörtlich ins Wasser: Lediglich 200 Menschen fanden ihren Weg zum Protest-Camp vor dem Prestigeobjekt der RWTH, dem SuperC, wo die Demo startete. Doch nicht nur die geringe Anzahl an Streikenden stach an diesem Tag heraus. Auch die Stimmung innerhalb der Demo war eher mäßig, was wohl unter anderem am strömenden Regen lag, der pünktlich zur Auftaktkundgebung einsetzte. Parolen wurden nur sehr halbherzig gerufen und auch die gelegentlichen Laufeinlagen konnten die Stimmung nicht maßgeblich heben.
Die inhaltliche Außeinandersetzung mit der Verknüpfung der Bildungsproblematik mit anderen gesellschaftlichen Misständen ließ wieder einmal zu wünschen übrig. Aber anderes sind wir vom Aachener Bildungsstreik ja kaum gewohnt. Auch der Wahlkampfzirkus bei der Abschlusskundgebung vor dem Parteibüro der Aachener SPD, bei der zwei Vertreter_innen von SPD und der Linkspartei für ihre Parteien warben, fiel negativ auf. Glücklicherweise wurde dies durch Buh-Rufe und Parolen entsprechend beantwortet.

Bemerkenswert war das verhältnismäßig große Polizeiaufgebot: Zwei Kamera-Wagen, ein Gefangenentransporter und mehr als zehn Wannen und Streifenwagen wurden aufgefahren. Vermutlich hängt dies mit dem Nazi-Angriff auf das Bildungsstreik-Camp am Montag zusammen. Einen ausführlichen Bericht dazu gibt es bei Indymedia. An dieser Stelle rufen wir auf zur Antifa-Demo am 18.6.2010 in Aachen. Es gibt einen Aufruf, sowie ein Mobi-Jingle.

Positivies gibt es – wie so oft in Aachen beim Bildungsstreik – kaum zu sagen. Erfreulich war allerdings, dass ein Aufruf zur oben genannten Antifa-Demo verlesen wurde und dass – anders als beispielsweise am 17.11.2009 – eine Fahne der Antifaschistischen Aktion auf der Demo getragen werden konnte. Ob es am Nazi-Angriff aufs Camp lag oder daran, dass die Menschen, die „die Antifa“ für genauso schlimm wie die Nazis halten, vom Regen abgeschreckt wurden, sei dahingestellt.
In Bezug auf den heutigen Streik schreibt die Lokalzeitung „Aachener Nachrichten“: »Die Landesschülervertretung kritisiert, dass keine der beim Bildungsstreik im vergangenen Jahr erhobenen Forderungen umgesetzt worden sei.« Dies ist angesichts der symbolischen Aktionen, die einige Male im Jahr stattfinden, nicht verwunderlich. Wir können nur hoffen, dass die Bildungsstreikbewegung sich mit der Zeit weiterentwickelt und dazu übergeht, tatsächlichen Druck aufzubauen, anstatt sich auf Symbol-Politik zu beschränken. Via Twitter schreibt das Bildungsstreik-Bündnis: »In Aachen wurde während der Demo der einzige Hörsaal der KaTHO Aachen besetzt.« Ein erster Schritt in die richtige Richtung?
In diesem Sinne: Gegen konsequenten Gewaltverzicht – denn Hunde, die bellen, beißen nicht!
Jingle zur Antifa-Demo:
18.06.2010 aachen mobi jingle by user5072146
Heute wurden 3 Mitglieder des Bildungsstreik-Bündnis Aachen vom Hochschulradio der RWTH zum Gespräch über das „Konzept Bildungsstreik“ eingeladen. Den Mitschnitt des Interviews könnt Ihr hier anhören.
Mobi-Jingle 22. April Bildungsstreik Demo in Aachen by bildungsstreik_aachen
Aufruf: Ohne Revolution keine freie Bildung! Revolution Jetzt!
Am 22. April 2010 findet in NRW ein dezentraler Aktionstag für emanzipatorische Bildung statt. Unter dem Motto „Die Bildung gehört allen! Bildungsperspektiven jetzt gemeinsam erkämpfen“ ruft das Bildungsstreik-Bündnis Aachen im Rahmen des Aktionstages zu einer Demonstration auf. Die bisherige Bildungsstreikbewegung stellte zwar Dinge wie Studiengebühren, Kopfnoten oder das dreigliedrige Schulsystem in Frage; die Grundlagen des Bildungssystems blieben jedoch weitestgehend unangetastet. So wurde beispielsweise kein Zusammenhang zwischen der kapitalistischen Verwertungslogik und der Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre oder dem Bachelor/Master-System gesehen. Wir – die Kampagne „Revolution Jetzt!“ – sind hingegen der Auffassung, dass für eine wirklich freie Bildung eine Revolution notwendig ist, welche die bestehenden Herrschaftsverhältnisse umstürzt und eine solidarische antikapitalistische Gesellschaft ohne Herrschaft zum Ziel hat.
Warum denn eigentlich Revolution?
Revolutionäre Kritik ist notwendig. Sie ist notwendig, weil Revolution notwendig ist. Sie ist es, weil das Bildungssystem dem kapitalistischen Profitinteresse unterworfen ist. G8 wurde eingeführt, damit die Arbeitskräfte schneller auf dem Markt sind; Kopfnoten wurden eingeführt, um „sozial ungeeignete“ Menschen aussortieren zu können; es gibt Noten, um Menschen verwertbar zu machen. Bachelor/Master an der Uni haben im Prinzip das gleiche Ziel, wie G8 an Schulen: Die Menschen sollen dem Arbeitsmarkt schneller zur Verfügung stehen. Das Bildungssystem ist nicht dazu da, die Individualität der Einzelnen zu fördern oder aus den Schüler_innen und Studierenden „Demokrat_innen“ zu machen. Es ist dazu da, die Maschine am laufen zu halten, Menschen zu Zahnrädern in der Maschine zu machen. Lasst uns dem etwas entgegensetzen! Seid Sand im Getriebe! Seid krumme Zahnräder! Denn wer will schon ein Stück vom Kuchen, wenn sie_er die ganze verdammte Bäckerei haben kann?!
Wir wollen unsere revolutionäre Kritik auch am 22. April auf der Demo in Aachen in Form eines revolutionären Blocks äußern. Wir rufen alle revolutionären herrschaftskritischen Menschen dazu auf, sich unserem Block anzuschließen und gemeinsam zu zeigen, dass nicht nur das Bildungssystem, sondern auch der Kapitalismus abgeschafft gehören.
Für weitreichende Veränderungen des Bildungssystems!
Für eine revolutionäre Bildungsstreikbewegung!
Stürzt die bestehenden Herrschaftsverhältnisse um!
Revolutionärer Block auf der Bildungs-Demo in Aachen
22. April 2010, 11:30 Uhr
Theaterplatz Aachen


